02. April 2025

Versunkene Welt der Industriekultur

Das „Alte Kraftwerk” der EVO – ein verlassener Ort der Stille / Abriss beginnt jetzt / Platz für moderne Energiezentrale

OFFENBACH, 2. April 2025. Kraftvoll zerteilen Sonnenstrahlen das riesige Gebäude; sie dringen durch Fenster und Mauerspalten des Kesselhauses. Millionen von Staubpartikeln tanzen im Licht durch menschenleere Flure, Hallen und Keller. Die Zeiger der großen Industrieuhr in der Maschinenhalle stehen exakt auf 12.24 Uhr. Wie lange schon? Ein Jahr, fünf Jahre – zehn Jahre? Das weiß niemand mehr – denn das „Alte Kraftwerk” ist seit rund 40 Jahren außer Betrieb. Wer das Gebäude betritt, entdeckt eine versunkene Welt der Industriekultur.

Ein Spaziergang durch den Koloss aus Stahl, Backsteinen und Beton führt auf jedem Schritt zu faszinierenden Perspektiven: an den Wänden bröckelnder Putz, nebenan durchbrochene Mauern. Löcher im Boden eröffnen Blicke in dunkle Kellerräume, massive Stahlträger bestimmen die Sichtachsen, Treppen führen scheinbar ins Nirgendwo. Der einsame Spaziergänger taucht tief ein in die industrielle Vergangenheit Offenbachs. Das „Alte Kraftwerk“ der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) ist ein verlassener Ort der Stille – inmitten des belebten Nordends.

Damit ist es allerdings bald vorbei – nicht mehr lange bleibt der grandiose Anblick des jahrzehntelangen Verfalls erhalten. Denn die EVO beginnt bereits in diesen Tagen mit den Abrissarbeiten des Komplexes. Der gewaltige Bau soll einer modernen Energiezentrale weichen, berichtet der EVO-Technikvorstand Günther Weiß. Die Abrissarbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2025 dauern und bis zu fünf Millionen Euro kosten.

Das Bauwerk auf dem Gelände der EVO hat eine lange Geschichte – und war vor mehr als hundert Jahren ein echter Zukunftsort: Im Jahr 1911 wurde auf der Fläche an der Andréstraße ein damals hochmodernes Kraftwerk in Betrieb genommen, das in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert und modernisiert wurde. Nachdem jedoch der damalige hessische Umweltminister Joseph „Joschka“ Fischer im Jahr 1986 den Grundstein für das heutige Heizkraftwerk am Nordring gelegt hatte und die Anlage wenig später in Betrieb ging, verlor nebenan das „Alte Kraftwerk“ seine Funktion und versank in den Dornröschenschlaf.

Der jahrzehntelange Schlummer dauert bis heute an. Schon ist allerdings am Maschinenhaus eine Rampe aufgeschüttet worden, damit schweres Gerät wie etwa Bagger zum Einsatzort fahren können. Zunächst will die EVO im Inneren des ehemaligen Kraftwerkskomplexes mit der Arbeit beginnen. Längst sind hier die alten Generatoren demontiert, nun werden die Gebäude von sämtlichen Versorgungsleitungen getrennt. Der eigentliche Abriss beginnt dann im Juni. Konkret geht es um den Abbruch der alten Turbinenhalle, des Kesselhauses sowie eines Anbaus an der Lilistraße.

Das „Alte Kraftwerk“ ist nach Auskunft des EVO-Vorstands Weiß bis zu 38 Meter hoch; das Gesamtvolumen des Bauwerks umfasst rund 75.000 Kubikmeter. Der Koloss wird Zug um Zug von oben nach unten abgetragen. Zunächst sollen die einzelnen Teile des Gebäudes mit großen Bohrern voneinander getrennt werden, um unnötige Erschütterungen beim Abriss zu vermindern. Dann kommt ein sogenannter Longfront-Bagger zum Einsatz, der mit seinem riesigen Teleskop-Arm auch für Arbeiten in großer Höhe geeignet ist.

Massive Stahlbetonbauteile werden zunächst abgetrennt und abgelegt, im Anschluss daran zerlegen Fachleute die Gebäude Stück für Stück. Diese Arbeiten sollen bis Ende August dieses Jahres dauern. Die Reste des „Alten Kraftwerks“ werden dann direkt auf der Baustelle zerkleinert und anschließend per Lastwagen zur weiteren Separierung transportiert und wo möglich wiederverwertet.

Sobald der Abriss beendet ist – beginnt direkt der Neubau: Nach Worten von Weiß will sein Unternehmen bis zum Jahr 2030 auf den Einsatz von Kohle verzichten und bis zum Jahr 2040 klimaneutral arbeiten. Um diese Ziele zu erreichen, baut die EVO auf dem Areal der „Alten Kraftwerks“ eine neue Energiezentrale mit einer hochmodernen Wärmepumpe zur Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren. Errichtet werden zudem Wärmetauscher, Trafos sowie eine Leitwarte. Die Neubauten sollen bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein. Dann ist der „Lost Place“ endgültig wieder zu einem Offenbacher Zukunftsort geworden.

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